Gibt‘s Lepra noch immer?

Gibt‘s Lepra noch immer?

27. Januar 2019: 66. Weltlepratag.

Vor 66 Jahren hat der französische Humanist Raoul Follereau den Welttag der Leprakranken eingeführt, um die Aufmerksamkeit auf Menschen zu lenken, die dringend medizinische Unterstützung benötigen. Die Fondation Follereau Luxembourg, welche vor über 50 Jahren von einer Gruppe luxemburgischer Freunde gegründet worden ist, nutzt jenen Tag seitdem jedes Jahr und das bis heute, um auf die allgemeine Diskriminierung von Leprakranken aufmerksam zu machen.

In der Tat sind weiße Flecken auf der Haut, die nicht weh tun, kein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Und doch können sie die ersten sichtbaren Symptome der Krankheit sein Lepra, u. a. eine Ursache für Armut und Ausgrenzung.

Wenn Patienten gefragt werden, warum sie zögern, einen Arzt zu konsultieren, werden oft Angst, fehlende finanzielle Mittel, aber auch die große Entfernung zum nächsten Gesundheitszentrum als Gründe angegeben. Außerdem kann es sein, dass sie nach der ewigen Fahrt oft stundenlang oder gar umsonst auf den Arzt warten.

Obwohl bei der Bekämpfung dieser heute heilbaren Krankheit große Fortschritte erzielt worden sind, ist die Sensibilisierung der betroffenen Bevölkerungsteile nach wie vor unerlässlich, um neue Fälle fortgeschrittener Krankheiten zu verhindern.

Die Leprakrankheit betrifft, ebenso wie 16 andere vernachlässigte und von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) identifizierte Tropenkrankheiten, häufiger Frauen und Kinder, aber auch Bevölkerungsgruppen, die in abgelegenen Gebieten zur medizinischen Grundversorgung leben. Wenn die Krankheit jedoch zuerst nicht erkannt wird, kann sie fortschreitende und dauerhafte Läsionen der Haut, der Nerven, der Gliedmaßen und / oder der Augen verursachen.

Das gleiche gilt für Buruli-Ulkus, eine weitere vernachlässigte Tropenkrankheit. Früherkennung für frühzeitiges Management ist unerlässlich. Da die Art der Übertragung noch unbekannt ist, kann die Krankheit nicht verhindert werden. Die Sensibilisierung der Bevölkerung und die Schulung von Gesundheitspersonal auf lokaler Ebene tragen dazu bei, neue und fortgeschrittenere Krankheitsfälle zu verhindern. Ziel ist es, dorthin zu gelangen, wo sich die Patienten befinden, um ihre Reise zu verkürzen und so in Zusammenarbeit mit den nationalen Akteuren eine effizente Verbesserung der medizinischen Versorgung zu gewährleisten. Die Früherkennung, die Diagnose, die Behandlung und die Betreuung müssen in der direkten Umgebung der betroffenen Personen erfolgen.

Diese Vorgehensweise hat sich bewährt. Die zählbaren Ergebnisse sind schlüssig: Die Anzahl der Patienten nimmt zu, da immer mehr Patienten frühzeitig erkannt werden können und somit eine bessere Chance haben, behandelt zu werden. Seit 2014 sind im Früherkennungs- und Behandlungszentrum (CDTUB) in N'Zérékoré (Guinea) 6.387 Patienten vom lokalen Partner der Stiftung APROSCO, dem Verein zur Förderung der medizinischen Grundversorgung auf kommunaler Ebene, identifiziert worden.

Der medizinische Fortschritt ist derzeit sehr vielversprechend, aber der Kampf gegen die Krankheit ist noch nicht vorbei.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ffl.lu

Quelle

Fondation Follereau

© letzbehealthy.lu